Kreative Suche im Internet, frühe enge Bindung der Talente und überdurchschnittliche Bezahlung – so lauten die Antworten des Motorsägenherstellers Stihl auf den drohenden Fachkräftemangel in der deutschen Industrie. Das schwäbische Familienunternehmen sucht auch bei Twitter, Facebook und Xing nach geeigneten Kandidaten (s. Links unten in der Box). Bei der Qualität macht der Maschinenbauer mit Sitz in Waiblingen vor den Toren Stuttgarts aber keine Kompromisse. Die Situation auf dem Arbeitsmarkt in Baden-Württemberg ist im bundesweiten Vergleich zwar noch recht komfortabel. Stihl befindet sich bei der Suche nach Akademikern und Facharbeitern aber in einem harten Wettbewerb. "Wir konkurrieren bei den Fachkräften mit den Autobauern und Zulieferern in der Region", sagt der Stihl-Personalchef für Deutschland, Markus Dörle. Attraktive Unternehmen wie Daimler, Porsche und Bosch nehmen das Familienunternehmen bei der Jagd nach guten Leuten in die Zange. Der Motorsägenhersteller mit einem Umsatz von rund zwei Milliarden Euro setzt deswegen gerade beim akademischen Nachwuchs sehr früh an. "Wir haben die Zahl der Studenten im Unternehmen in den letzten Jahren deutlich nach oben geschraubt", erklärt der Personal-Manager. Pro Jahr gibt es rund 150 Stellen. "Dass wir jetzt mehr Stellen zur Verfügung stellen, das kostet uns natürlich auch mehr Geld. Aber das ist gut investiertes Geld", betont Dörle. "In den letzten Jahren konnten wir so in der Spitze 35 bis 40 Prozent der offen Ingenieur-Stellen aus dem Pool der Studenten besetzen, die bei uns ein Praktikum gemacht, ihre Diplomarbeit geschrieben oder als Werkstudent gearbeitet haben." Ende 2009 hatte Stihl im Konzern insgesamt 10.900 Beschäftigte.
Am Rande: Stihl als Nebenbuhler von Bosch und Daimler

Der Weltmarktführer für Motorsägen kämpft auf dem Arbeitsmarkt mit harter schwäbischer Konkurrenz. Um talentierten Nachwuchs für das Unternehmen zu gewinnen, werden alle Register gezogen – auch im Internet.