Der Standort in unmittelbarer Nähe zum Nürburgring ist nicht zufällig gewählt. Denn hier schlägt das Herz der Entwicklung in der Automobilindustrie: Auf der Nordschleife des Nürburgrings testen nicht nur alle namhaften Automobilhersteller und Tuning Unternehmen. Im Gewerbegebiet direkt an der Döttinger Höhe betreiben auch viele Automobilhersteller eigene Testcenter, zahlreiche internationale Renn-Teams haben hier ihren Sitz.
Der neue Bilstein Prüfstand, ein sogenannter 7-Post-Rig, bietet KundInnen und PartnerInnen ganz neue Möglichkeiten der Fahrwerksanalyse und -entwicklung. Mit dem leistungsstarken Vertikalprüfstand kann das Aufbauverhalten einer großen Bandbreite an Fahrzeugen untersucht werden: Von Straßenfahrzeugen über Prototypen bis hin zu Rennwagen. Dabei simulieren vier Hydraulikstempel die Fahrbahnanregungen in vertikaler Richtung. Beschleunigungssensoren und Federwegsaufnehmer an jedem Rad und am Chassis messen dann die Fahrzeug- und Radbewegungen, die aus den Anregungen der Hydraulikstempel resultieren. Auf dieser Basis kann die optimale Feder-Dämpferauslegung ermittelt werden.
Die drei zusätzlichen Hydraulikstempel machen eine noch genauere Betrachtung der komplexen Fahrdynamik möglich – und können sogar die Einflüsse der Aerodynamik auf das Fahrwerk simulieren: Sie simulieren nicht nur den Abtrieb, sondern auch Pitch- und Roll-Bewegungen des Aufbaus.
Simulation kompletter Rennstrecken
Mit dem neuen Bilstein 7-Post-Rig können konkrete Straßenverhältnisse oder auch komplette Rennstrecken simuliert werden, sodass OEM und Rennteams zeiteffizient verschiedene Setups und Kennlinien testen können. Die Vorteile: Rennteams und Hersteller erhalten in kürzester Zeit ein genaues und vollständiges Verständnis für das Fahrwerk und können gemeinsam mit den IngenieurInnen das Fahrverhalten bei bestimmten Parametern untersuchen und optimieren sowie die optimalen Settings entwickeln.
In Zeiten immer kürzer werdender Entwicklungszeiten in der Automobilindustrie bei gleichzeitig steigender Komplexität der Systeme können speziell Automobilhersteller wichtige Entwicklungszeit sparen, indem sie auf den state-of-the-art-Prüfstand von Bilstein und der Expertise seiner IngenieurInnen zurückgreifen. Eine Zeitersparnis ist angesichts voller und eng getakteter Rennkalender auch für Rennteams ein wichtiges Argument. Zudem entfällt die teure Streckenmiete, wenn Teilbereiche der Entwicklungs- und Abstimmungsarbeit auf dem Prüfstand laufen. In der Regel können auch Logistikkosten gespart werden, denn häufig befinden sich die Rennwagen der Teams ohnehin in der Nähe des Nürburgrings. Und OEM schicken ihre Prototypen zum Testen auch auf die Rennstrecke in der Eifel.