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Expertenwissen für die Praxis: Rekordteilnahme beim asp-Werkstattclub in Neckarsulm

02.04.2025 12:20 Uhr | Lesezeit: 5 min
asp-Werkstattclub powered by TÜV SÜD: Wissen aus erster Hand
© Foto: Michael Bolay / asp-Online

Bei der halbtägigen Fachveranstaltung von asp AUTO SERVICE PRAXIS zusammen mit TÜV SÜD ging es um das Thema Schadenmanagement. Außerdem referierten Branchenexperten über Chancen und Risiken durch chinesische Automarken, den Umgang mit verunfallten E-Autos und die Zukunft der Antriebe jenseits des Verbrenners.

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Der asp-Werkstattclub powered by TÜV SÜD hat in der vergangenen Woche über 70 Teilnehmern im Audi Forum Neckarsulm Expertenwissen zum Schadenmanagement in der Werkstatt geliefert. Wissen aus erster Hand in entspannter Atmosphäre mit automobilem Flair – das ist die Erfolgsformel des Werkstattclubs, der bereits im dritten Jahr läuft.

Schwerpunktthema war auch diesmal die Schadenabwicklung in Werkstätten und Autohäusern. Da hier viele Fallstricke lauern und so manche Werkstatt auf berechtigte Ansprüche gegenüber der Versicherung verzichtet, sind Aufklärung und konkrete Hilfestellung gefragt.


asp-Werkstattclub powered by TÜV SÜD / Audi Forum Neckarsulm

asp-Werkstattclub powered by TÜV SÜD im Audi Forum Neckarsulm Bildergalerie

BGH-Rechtsprechung zum Werkstattrisiko

Marcus Kaiser, Rechtsanwalt und CEO der auf Verkehrsrecht spezialisierten Kanzlei Kaiser & Kollegen (K&K), erklärte beispielsweise die Auswirkungen der aktuellen BGH-Rechtsprechung zum Werkstattrisiko. Die BGH-Urteile vom 16. Januar 2024 und 12. März 2024 haben erhebliche Auswirkungen auf die Praxis im Schadengeschäft. Die Rechtsprechung stärkt grundsätzlich die Position des Geschädigten bei Haftpflichtschäden. Der Grundsatz, dass der Geschädigte darauf vertrauen darf, dass seine Werkstattrechnung vom Unfallverursacher bzw. dessen Versicherung in voller Höhe erstattet wird, wurde von den Richtern bestätigt und sogar erweitert. Allerdings erfolgt dies bei gleichzeitiger Abtretung möglicher Ansprüche des Kunden gegen die Werkstatt an die Versicherung. Diese kann dann ihrerseits Forderungen an die Werkstatt stellen, wenn ihrer Auffassung nach bestimmte Posten in der Rechnung nicht gerechtfertigt sind.

Manuel Kohr, Leiter Schaden & Wert Marktgebiet Baden-Württemberg Nord, TÜV SÜD Auto Service, stellte das Service-Portfolio von TÜV SÜD im Bereich Schadenmanagement vor. "Die Werkstatt möchte sich auf ihr Kerngeschäft, die Reparatur, konzentrieren und nicht die eigenen Mitarbeiter mit administrativen Aufgaben belasten", erklärte Kohr. Genau hier setzt das Schadenmanagement von TÜV SÜD an. Es bietet über das Schadengutachten durch den Sachverständigen hinaus Unterstützung bei der Abwicklung von Schäden an. Kohr: "Die Experten von TÜV SÜD übernehmen zahlreiche administrative Aufgaben. Dazu gehört vor allem auch die Kommunikation mit dem Versicherer auf Augenhöhe."

Anspruchsvolle Aufgaben im Schadenmanagement

"Neben dem anspruchsvollen Tagesgeschäft fällt es Mitarbeitern schwer, die Schadenabwicklung als Zusatzaufgabe im Kfz-Betrieb nebenher noch zu erledigen", unterstrich Kohr. Kostenvoranschläge, Anwaltskorrespondenz, Kaskoabwicklung, Reparaturfreigaben und die Organisation der Ersatzmobilität für den Kunden – all das erfordert Zeit und setzt Fachkenntnis der aktuellen Rechtsprechung voraus. TÜV SÜD hilft bei der Optimierung der Schadenkalkulation und gibt den Reparaturablauf nach anerkannten Regeln der Technik und unter Beachtung der Herstellervorgaben vor. Die Sachverständigen wissen genau, welche Posten tatsächlich in Rechnung gestellt werden können. Genau hier verschenkten Werkstätten oft unnötig Geld, stellte man immer wieder fest.

Wie das in der Praxis konkret aussehen kann, wurde in der Expertenrunde deutlich: Philipp Burghardt, Schadengutachter bei TÜV SÜD, machte klar, dass die Verbesserung der Schaden-Fachkompetenz in jedem Betrieb, unabhängig von der Größe, wichtig sein kann: "Letztlich ist das Thema Schaden für jeden relevant – es geht darum, Prozesse möglichst optimal zu gestalten." Und weiter: "Wir stellen uns auf die Größe und Problemstellungen des Betriebs ein und legen Wert auf eine offene Kommunikation mit dem Kunden." Man freue sich dabei auch über ehrliche Rückmeldungen, wenn es mal nicht rundlaufe.

Best Practices aus der Werkstatt

Ralph Linke, Geschäftsführer im Crailsheimer Autohaus Linke(VW/Audi), ist selbst TÜV SÜD-Kunde. Der Familienbetrieb verfügt über eine Karosseriewerkstatt ohne Lackierung mit Spezialisierung auf "Dellendrücken", wie Linke sagte. "Bereits seit sieben Jahren arbeiten wir mit TÜV SÜD zusammen. An drei Tagen pro Woche haben wir einen festen Platz für den Schadengutachter, der uns unterstützt – sei es bei Schadengutachten, GW-Bewertungen oder Leasingrückläufern." Durch die enge Zusammenarbeit seien die Prozesse deutlich einfacher geworden. "Und es ist ein Vorteil, den Ansprechpartner direkt vor Ort zu haben", so der Händler.

Lukas Stöhr, Mitglied der Geschäftsleitung bei Auto Heckel in Sinsheim, setzt im Bereich Schaden ebenfalls auf TÜV SÜD: "Die TÜV-Mitarbeiter sind für Schadenaufnahme und Gutachten-Erstellung zuständig. Die Gutachten gehen direkt in die digitale Schadenakte. Das ist seit vier Jahren gar nicht mehr wegzudenken an den zwei Standorten mit 38 Mitarbeitern."

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Stichwort digitale Schadenakte: "Ich kann standortübergreifend jederzeit den aktuellen Stand einsehen, bin immer up-to-date und bekomme eine Benachrichtigung, wenn in der Akte etwas bearbeitet wurde", erläuterte Stöhr. Das Programm sei einfach und übersichtlich – der Chef kann auf einen Blick den aktuellen Status der Schadenfälle sehen. "Früher war eine Mitarbeiterin fast ausschließlich damit beschäftigt, zu telefonieren."

Marco Krettek, Gebietsleiter bei Autoclaim, bestätigt den einfachen Zugang: "Das Programm ist onlinebasiert – Sie brauchen nur einen Browser, es funktioniert plattformunabhängig und auf jedem Endgerät", sagte er. Die Einführung erfordere kaum Implementierungsaufwand. Autoclaim benötige nur einmal die Stammdaten des Anwenders, dann könne es nach kurzer Schulung losgehen.


Weitere Fachthemen des asp-Werkstattclubs in Neckarsulm im Überblick:

Chinesische Automarken

Sylvia Gerl, Geschäftsführerin der Bundesfachschule für Betriebswirtschaft im Kfz-Gewerbe, nahm die Teilnehmer mit auf eine spannende Reise nach China. Ihr Vortrag "Chinesische Automarken – Chancen und Risiken für das eigene Geschäft in Vertrieb und Service" war vor allem auch ein Weckruf: "Die Chinesen denken Auto anders", gab Gerl zu bedenken. 

Unfälle mit E-Autos 

Markus Gregor, Batterieexperte an der Technischen Hochschule Ingolstadt, gab in seinem Referat Hinweise zum richtigen Umgang mit verunfallten Elektrofahrzeugen, bei denen die Batterie in Mitleidenschaft gezogen wurde. Eine schnelle Diagnose des Batteriezustands und die richtigen Entscheidungen sind hier essenziell – sonst droht ein kaum zu beherrschender Batteriebrand.

Technologieoffenheit ist Trumpf

Volker Strycek, ehemaliger Motorsportchef bei Opel, nahm das Publikum mit auf die Rennstrecke. Der begeisterte Techniker erläuterte die spannenden Entwicklungen, die der Rennsport aktuell beim Einsatz klimaneutraler Treibstoffe leisten kann. Er trat engagiert für mehr Technologieoffenheit ein: "Es gibt nicht nur Schwarz und Weiß – die E-Mobilität ist in Zukunft eine wichtige Säule der Mobilität, aber es ist nicht die einzige." 

Strycek sieht nach eigenen Worten großes Potenzial in E-Fuels, zunächst als Beimischung oder später in Reinform. "Noch sind die E-Fuels in der Herstellung sehr teuer. Aber die Investoren für den Bau von Großanlagen stehen in den Startlöchern. Was diese brauchen, sind verlässliche politische Signale."




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