Der schnellste Rechner im Auto nutzt nichts, wenn die Datenübertragung das Tempo nicht mithalten kann. Zulieferer ZF will daher nun Glasfasertechnik einsetzen, um Informationen zwischen Sensoren, Aktuatoren und Steuergeräten schnell und zuverlässig auszutauschen. Das Unternehmen hat zu diesem Zweck seinen Hochleistungsrechner „ProAI“ für optisches Multi-Gigabit-Ethernet in Automobilanwendungen weiterentwickelt. Mit Hilfe neu entwickelter Chips und Stecker lassen sich Daten dann über automobiltaugliche Glasfasern übertragen. Ein erster Serieneinsatz könnte im kommenden Jahr erfolgen.
Glasfaser ist klassischen Kupfer- oder Kunststofffaserkabeln in zahlreichen Aspekten überlegen. Das optische Multi-Gigabit-Ethernet ermöglicht Übertragungsraten von bis zu 50 Gbit/s und soll sich damit besonders für Anwendungen im autonomen Fahren, beim Infotainment und bei vernetzten Diensten eignen. Die Signalübertragung funktioniert über Distanzen bis 40 Metern – eine Wegstrecke, die durch Windungen und Biegungen auch in kleinen Autos erreicht werden kann. In modernen Fahrzeugen summiert sich die Gesamtstrecke der verlegten Metallkabel auf rund 1,6 Kilometer – was nicht nur Geld kostet, sondern auch das Gewicht erhöht. Die Glasfasertechnik soll deutlich weniger wiegen. Und zudem auch weniger Energie für die Übertragung benötigen.
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